Die eigene Meinung ist die wichtigste

Wir leben in einer Welt, die all unsere Sinnesorgane zu jedem Zeitpunkt in einem wahnsinnig hohen Maße beeinflusst. Jeder Mensch nimmt auf diese Art und Weise seine Umwelt war und so entsteht seine persönliche Realität. Das interessante hierbei ist, dass aufgrund von Sichtweisen, Geschmäckern und bereits gemachten Erfahrungen ein und dasselbe Ereignis von Personen verschieden wahrgenommen und vor allem verschieden beurteilt werden kann.


Dieser Unterschied ist auf unsere persönliche Brille zurückzuführen, durch die wir unsere Umwelt wahrnehmen. Ein Argument um diese Behauptung zu untermauern, ist die derzeitige Fußballweltmeisterschaft in Brasilien. Ein solch banales Spiel lässt Nationen die Realität für oder gegen ihre Mannschaft wahrnehmen, es wird tagelang über Fouls, Tore, und Spielerpersönlichkeiten debattiert und das, obwohl es ein Regelwerk gibt.


Im Alltag gibt es im Gegensatz dazu keine Regeln, die uns sagen was wahr, schön, gut oder hässlich ist. Wie sollen wir dann beurteilen können wie eine Situation tatsächlich ist, wenn wir uns schon bei Ereignissen schwer tuen, die ein Regelwerk haben?


Die Allgemeinheit tendiert gerne zu dem Wort objektiv, aber was ist Objektivität eigentlich? Wir sprechen meistens darüber, als ob eine objektive Sichtweise von einem neutralen Beobachter stammt, der einen Tatbestand wertfrei schildern kann. Kann aber ein Beobachter überhaupt nicht subjektiv sein? Schließlich ist jeder Mensch mit seiner eigenen Sichtweise ausgestattet und diese Prägung bestimmt doch den vermeintlich objektiven Beobachter, wie jeden einzelnen von uns.


In meinen Augen gibt es keine Objektivität, es gibt nur Leitbilder und zeitgenössische, vorherrschende Mehrheitsmeinungen, die eine persönliche Sichtweise gut oder schlecht, wahr oder falsch, hässlich oder schön erscheinen lassen. Wie uns die Geschichte lehrt ändern sich diese Ideale im laufe der Zeit, sodass auch diese scheinbar verlässlichen Leitbilder nicht unser Denken und unser Handeln beeinflussen sollten, da wir unsere eigene Meinung und Sichtweise der Mehrheit beugen, nur weil uns gepredigt wird, dass dieses die einzig richtige und absolute Wahrheit ist.


Da ich jetzt die philosophische Herleitung abgearbeitet habe und ich ein gutes Gefühl besitze, dass mich Sokrates und Platon für meine Interpretation nicht zu Hades schicken, will ich an dieser Stelle endlich aufdecken, was für ein persönlicher Nutzen für jeden von uns hinter diesen Theorien steckt.


Ich gehe davon aus, dass jeder Mensch, der auf diesem Planeten wandelt mit Talenten bestückt ist, die er auch gerne nutzt. Oftmals sind wir allerdings nicht sicher, ob das war wir da tuen auch gut ist, sodass wir Rat bei anderen Menschen suchen, die unsere Leistungen beurteilen sollen.


Genau an dieser Stelle kommt der oben beschriebene Teil ins Spiel. Wir lassen uns von anderen durch ihre persönliche Sichtweise beurteilen, dabei ist es nur selbstverständlich, dass früher oder später jemand erscheint, dem unser Werk oder unsere Kreation nicht gefällt und sich dieser darüber negativ äußert. Diese Äusserung an sich ist nicht tragisch, da wie wir oben bereits gesehen haben, die Wahrnehmung subjektiv ist. Relevant für den Erfolg in unserem Leben ist allerdings, wie wir die Äusserung aufnehmen und verarbeiten. Lassen wir uns entmutigen, beendet ein anderer für uns eine mögliche Erfolgsgeschichte, nur weil wir seine persönliche Wahrnehmung zu unserer machen, ohne dass es dafür einen ernsthaften Grund gibt.


An dieser Stelle werden jetzt viele auf die Barrikaden gehen und behaupten, dass es ja sogenannte Experten gibt und gewisse soziale Normen, die etwas kategorisch bewerten und verurteilen können. Diese Experten sind lediglich Personen, deren subjektive Wahrnehmung von den Mitmenschen geteilt wird, dies führt zu den oben beschriebenen Idealen und Leitbildern einer Gesellschaft. Aber nur weil viele Menschen etwas wiederholen, wird es dadurch weder „wahrer“ noch „richtiger“.


Es bleibt die Tatsache, dass viele Menschen, wie zum Beispiel die Beatles oder Sylvester Stallone am Anfang ihres Weges oftmals belächelt und ihre Arbeit als totaler Schwachsinn abgeschrieben wurde, der niemals Erfolg haben wird. Wie die Zeit aber gezeigt hat, war ihre Überzeugung stärker, dass ihre Arbeit wertvoll ist, als die Überzeugung der Menschen die dagegen gehalten haben.


Es gibt für diese Wirkungsweise unzählige Beispiele, die man aus verschiedenen Biographien, erfolgreicher Personen, herauslesen kann. Zusammenfassend sollte sich jeder von uns vor Augen halten, dass alles in unserer Welt subjektiv bleibt und wir als Person mit unserer Idee oder Arbeit nur so erfolgreich sein können, wie wir es uns selbst erlauben und zutrauen. Es wird immer eine Meinung kommen, die unserer widerspricht, allerdings müssen wir lernen unabhängig von der Stärke des Meinungsführers an uns selbst zu glauben, denn wir sind selbst verantwortlich für unsere Realität. Je größer der Widerstand war, den unsere Arbeit „überstanden!“ hat, um so größer ist das Potential damit erfolgreich zu sein. Es ist für jeden von uns wichtig unsere Wahrnehmung, die Wahrnehmung der anderen werden zu lassen, denn nur so haben wir Einfluss über unsere Realität, wenn wir dieses abgeben bestimmen andere Personen über unseren persönlichen Erfolg.