GoPro an der Börse

Der IPO von GoPro liegt jetzt ein paar Tage zurück aber da ich erst jetzt Zeit gefunden habe mich an den Mac zu setzen, um meine Einschätzung mit euch zu teilen ist das Thema zwar nicht mehr brandheiss aber dennoch sehr interessant.


Wie in naher Vergangenheit bereits Facebook und Twitter ist mit GoPro ein weiteres Unternehmen an die Börse gegangen, welches im Segment der New Economy anzusetzen ist. Diese Aktien erfreuen sich großer Beliebtheit und auch die Kinderkrankheiten der IPO´s zu Beginn unseres Jahrtausends scheinen überwunden, sodass es fast unmöglich erscheint, dass diese Unternehmen in einer Neuauflage der Internetblase vernichtet werden.


In meinen Augen bietet GoPro als Unternehmen eine deutlich klassischere Basis als Facebook und Twitter, sodass auch die Bewertung des Unternehmens weitaus präziser und mit weniger Phantasie erfolgen kann.


GoPro bietet mit der Produktion der Kompaktkameras im Gegensatz zu Social Media ein materielles Produkt, welches im Handel vertrieben wird und so Rückflüsse generiert. Die Cashflows von Facebook hingegen beschränken sich, zumindest im Moment noch, auf den Verkauf von Werbung in Facebook selbst, sind also eher als Dienstleistung anzusehen.


Neben dem Vorteil des Cash gegen Ware Prinzips leistet GoPro bereits seit einigen Jahren sensationelle Arbeit im Marketing und Markenmanagement selbst. Hier sehe ich eine ähnliche Entwicklung, wie bei Redbull oder den Kopfhörern von Dr.Dre. Das von Natur triste Produkt in Form einer Kamera wird als Lifestyle Gadget vermarktet und bekommt ein cooles, junges Image, was dazu führt, dass es kaum noch einen Actionclip auf Youtube gibt, in dem keine GoPro zu sehen ist.


Neben Amateur und semiprofessionellen Aufnahmen wird die GoPro aufgrund der ausgezeichneten Bilder auch für seriöse Produktionen verwendet, sodass auf Nachfrageseite diese Käufergruppe hinzukommt.


Die Errungenschaft von GoPro das Produkt emotional in dieser Form aufzuladen bietet für das Unternehmen selbst einen entscheidenden Vorteil gegenüber der Konkurrenz, soweit sich diese noch im Markt befindet und schafft im Unternehmen einen erheblichen immateriellen Mehrwert.


Ich sehe das Unternehmen langfristig, zum einen aufgrund der jetzigen Vormachtstellung in der Branche, als auch aufgrund der sehr guten Positionierung im Markt als Erfolgsgeschichte, da die GoPro nicht nur einfach eine Kamera ist, sondern sich zu einem Trend entwickelt halt und diese bekanntlich nicht einfach die Richtung wechseln.


Für die Zukunft stellt sich natürlich die Frage wo das Unternehmen an die Grenzen stoßen wird, die diese Produktkategorie bietet. Verfolgt man jedoch den derzeitigen technischen Stand der Kamera mit den ausgefallenen Funktionen, die auch in Bereiche des Social Media und Multidevicekommunikation reichen, wird deutlich, dass die GoPro am Puls der Zeit ausgerichtet und entwickelt wird und Bedenken derzeit fehl am Platz sind.


Die Frage nach Substitutionsprodukten bleibt noch ungeklärt, da ich dort lediglich das Smartphone sehe, welches über die Jahre hinweg eine immer bessere Kamera erhalten hat und die Geräte selbst nun auch robuster werden, insoweit man den Unternehmen wie Samsung und Apple glauben darf. Nichtsdestotrotz kommen sich die heutigen Smartphones mit der GoPro nicht in die Quere, funktionieren sogar hervorragend in einer Symbiose, ob sich das in der Zukunft verändern wird bleibt aber noch abzuwarten.


Die letzte Frage die sich nun stellt ist, ob man etwas Kapital in die GoPro Aktie schieben soll oder nicht und wenn ja zu welchem Preis. Grundsätzlich beantworte ich diese Frage mit einem Ja, da die langfristige Sicht des Unternehmens wirklich positiv erscheint, allerdings ist der derzeitige Preis noch kein wirklich effizienter, da nach dem IPO ein unmittelbarer Rush auf die Aktie erfolgt ist, sodass der Preis weit in die Höhe getrieben wurde und auch mögliche Gewinnrealisationen der ersten Eigentümer bevorstehen könnten die diesen drücken würden. Wer diese Aktie als nachhaltige Anlage erachtet sollte auch zum aktuellem Preis kaufen, wer eher kurz- bis mittelfristig vor Augen hat kann noch etwas abwarten um zwischen Einkauf- und Verkaufspreis eine größere Differenz zu erhalten, da sich der jetzige Preis noch korrigieren und stabilisieren finden muss.

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